Dienstag 8.2.2011 9:00 Uhr

In der Gießerei wird gerade unser Modell für den Guss vorbereitet. Es werden Anguss und Speiser angebracht. Anschließend wird Trennmittel aufgebracht und der Formkasten montiert.

 

Modellhälfte mit Formkasten

 

Der Formkasten samt Modell wird nun mit speziellem Sand aufgefüllt. Dieser wird anschliessend mit einer Presse verdichtet und bekommt so den nötigen Zusammenhalt. Die andere Formhälfte ist bereits präpariert.

Sandform

Das Bild zeigt die Form, welche ausschließlich aus Sand besteht. Die Form muss für jede Glocke erneut hergestellt werden, da sie nach dem Gießen nicht mehr verwendet werden kann.

Wurden beide Modelle abgeform, können die Hälften zusammengesetzt werden. Vorher muss an der Ecke des Anlassers jedoch noch ein Kern eingesetzt werden, um dort einen Hinterschnitt zu erzeugen.

 

Kern am Hinterschnitt

Das Zusammensetzen der beiden Formhälften erfordert höchste Sorgfalt. Gelangt Sand in die Zwischenräume, kann dort kein Aluminuim fließen - es entstehen Hohlräume.

Zusammensetzen beider Modellhälften

Jetzt kann das eigentliche Gießen beginnen. Wir verwenden eine Legierung mit erhöhter Festigkeit. Das Aluminium wird in Barren angeliefert und im Schmelzofen erhitzt.


Rohmaterial in Barrenform

Hat das Aluminium die Schmelztemperatur erreicht und ist frei von Schlacke und anderen Fremdstoffen, kann es in einem Tiegel zur Gussform gebracht werden. Die Überprüfung der Schmelze übernimmt der Chef persönlich.

Flüssiges Aluminium

Jetzt können die Zwischenräume der Form mit Aluminium befüllt werden.

Giessen

Jetzt kommt der Moment der Warheit: Sind die Modelle korrekt? Ist die Form komplett gefüllt? Hier steckt der Teufel im Detail. Änderungen sind jetzt nur noch schwer zu realiseren. Wir müssen warten, bis das Aluminium erstarrt ist. Nach 20 Minuten kann das Gussteil ausgegraben werden. Der Sand wird abgeklopft und später wiederverwendet.

Entsandet

Endlich: Das sieht doch schon nach einer Glocke aus! Nach dem Abtrennen von Speiser und Anguss wird das Teil sandgestrahlt. Das nächste Foto zeigt die gereinigte Glocke. Diese ist jetzt bereit für die weitere Bearbeitung.

Resultat

Wir sind mit dem ersten Ergebnis zufrieden. Die Wandstärken sind sehr gleichmäßig. Es müssen nur noch kleinere Änderungen an den Modellen vorgenommen werden. So ist zum Beispiel die Aussparung für das Tellerrad nicht an der richtigen Stelle.

Vergleich Original - Busprojekte

Die nötigen Korrekturen wurden bereits erledigt, so dass in der kommenden Woche bereits die ersten Glocken produziert werden können.

Ich hoffe, dieser Bereicht hat ein wenig Aufschluss über die komplexe Gussfertigung in Kleinserien geben können. Wir werden euch weiter auf dem Laufenden halten.

Viel Spaß beim Umbauen wünschen Martin Müller & Philipp Fraas